Archiv für Juni 2010
In meinem Kundenkreis bin ich als zuverlässig bekannt, seit über sechs Jahren mittlerweile Moderator im XT-Forum und habe in der “XTC-Gemeinde” einen guten Ruf. Leider zieht dies anscheinend auch Kunden an, die sich diese Zuverlässigkeit und teilweise auch Blauäugigkeit meinerseits, zu Nutze machen und trotz erbrachter Leistungen ihre Rechnungen nicht bezahlen.
Aus gegebenem Anlass hier ein paar Worte zu Erlebnissen aus den letzten 7 Monaten.
Als Dienstleister sollte man sich wirklich ALLES, aber auch wirklich ALLES, schriftlich bestätigen lassen, sonst kommt es zu Aktionen wie folgenden:
Fall 1 – Januar 2010
- Kunde/in stellt eine Anfrage.
- Ich frage nach was gewünscht wird, gebe telefonischen Support zu bestehenden Problemen (2stündiges nettes Telefonat).
- Auftrag wird mir per Telefon erteilt – schriftliches Angebot folgt per Fax.
- Durch das nette Gespräch bin ich hochmotiviert und fange schon vor der Unterschrift an, die Wünsche umzusetzen. <– Das werden meine Stammkunden ja kennen
- Ich beauftrage einen Programmierer mit dem Einbau eines komplizierten Attributmoduls.
- Am nächsten Tag schreibe ich die Rechnung. Es erfolgt noch ein Test der Anpassungen und eine Datenbanksicherung. 4 Tage später wird vom Kollegen das Modul eingebaut und von mir am nächsten Tag bezahlt.
- Danach kommt NICHTS mehr: kein Anruf, keine Reaktion auf Zahlungserinnerungen, Mahnungen etc.
- Anwalt eingeschaltet.
- einen Tag vor Fristablauf zum Vollstreckungsbescheid: Widerspruch OHNE Begründung.
- Nach Übergabe ans Amtsgericht kommt endlich eine Stellungnahme vom Kunden: “Ich habe den Auftrag nie erteilt und schon am nächsten Tag gesagt, dass ich die Rechnung nicht bezahlen werde/kann. Frau Pohl hat wohl aus Langeweile gearbeitet!”
- demnächst Gerichtstermin
Anmerkung: Bisher habe ich noch nie aus Langeweile gearbeitet und auch keine kostenpflichtigen Aufträge an Kollegen vergeben, die ich selbstverständlich auch bezahle!
Fall 2 – November 2009
- zwei Kunden verhandeln untereinander über einen Shopklon
- Ich bekomme den Auftrag (schriftlich) den Original-Shop zu klonen und ein neues Layout aufzusetzen.
- Shop wird von einem Kollegen auf einen anderen Server umgezogen, entsprechend “getunt” (über 90.000 Kategorien) und div. Anpassungsprogrammierungen nach Kundenwünschen vorgenommen
- Layout erstellt, Shop geklont = Alles erledigt – Rechnung geschrieben und Kollegen bezahlt
- Es gibt Probleme bei den enthaltenen Daten:
- Neukunde gefällt die Anordnung und Benennung der Kategorien nicht.
- Tenor: ICH bekomme KEIN Geld, bevor die Daten nicht in Ordnung sind.
- Zahlungserinnerung, Mahnung etc.
- Diverse Telefonate (Programmier und ich gesamt ca. 20 Std. mit div. “Zuständigen”)
- Stammkunde bezahlt treuhänderisch die Rechnung, weil er ja weiss, dass das Layout nichts mit dem Inhalt des Shops zu tun hat.
- Beide Kunden haben anscheinend Differenzen bzgl. des Projekts
- Stammkunde fordert Vorauszahlung von mir zurück (bekommt er am gleichen Tag) und kündigt MIR die Zusammenarbeit, weil ich auf Zahlung der Rechnung bestehe und das Mahnverfahren gegen den Neukunden wieder aufnehme.
- Mahnung, Schreiben zur Güteregelung von Anwalt, etc.
- Ich bekomme Post vom Anwalt des Neukunden, der mich auf Schadenersatz verklagen will, weil der Shop ja
SO
nicht zu gebrauchen ist.
- demnächst wohl auch hier –>Gerichtstermin